Brustkrebs: Jede achte Frau in Deutschland ist betroffen

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Dr. Terhaag klein quer

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Jede achte Frau hört hier im Laufe ihres Lebens die Diagnose Brustkrebs, jährlich werden 75.000 Neuerkrankungen registriert.

Es gibt vielfältige Risikofaktoren für die Entstehung von Brustkrebs. Bekannte Ursachen können unter anderem hormonelle und genetische Faktoren sein, deutliches Übergewicht oder auch starkes Rauchen oder Bewegungsmangel. Umso wichtiger ist es, Brustkrebs frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

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Ein Großteil der Brustkrebs-Fälle wird von den Frauen selbst entdeckt. Deshalb ist es wichtig, dass Frauen zusätzlich zur jährlichen Krebsvorsorge-Untersuchung bei ihrem Frauenarzt ihre Brüste regelmäßig selbst untersuchen. Wenn z. B. Symptome wie ein tastbarer Knoten, eine Verdickung oder Verhärtung in der Brust oder Achselhöhle, eine Einziehung der Haut oder Brustwarze oder das Austreten von blutiger Flüssigkeit aus der Brustwarze bemerkt werden, kann vom Frauenarzt und im Brustzentrum mit modernster Technik und den neuesten Verfahren wie Mammographie (Röntgenuntersuchung der Brust mit neuen Spezialtechniken), hochauflösendem Ultraschall, verschiedenen Biopsie-Methoden zur Gewebeprobeentnahme eine sehr genaue Diagnose gestellt werden.

Viele Tumore der Brust sind erfreulicherweise gutartig, z. B. eine Bindegewebsgeschwulst oder Zyste. Wenn aber bei den Untersuchungen Brustkrebs diagnostiziert wird, entscheidet über die Art, wie der Krebs bekämpft werden soll, nicht ein Arzt alleine. Für solche wichtigen Entscheidungen gibt es in Brustzentren interdisziplinäre Tumorkonferenzen. Bei diesem Termin setzen sich einmal pro Woche erfahrene Spezialisten der unterschiedlichen Fachgebiete an einen Tisch. Gemeinsam besprechen sie jeden einzelnen Fall und gehen die vorliegenden Befunde durch. Danach wird ein Therapieplan aufgestellt und entsprechend der aktuellen Leitlinien individuell für jede Patientin die für sie optimale Operations- und Behandlungsmethode empfohlen, mit dem Ziel, den Krebs mit größtmöglicher Sicherheit zu entfernen. Dafür muss die Brust nur noch in den seltensten Fällen entfernt werden. Die Empfehlungen berücksichtigen die besonderen Umstände der Patientin und werden selbstverständlich auch nur mit ihrem Einverständnis in die Wege geleitet.

Weil Brustkrebs heute ein so zentrales Problem darstellt, ist die Krankheit auch umfassend erforscht. Unabhängige Stellen prüfen laufend aktuelle Therapie-Verfahren und legen Leitlinien fest, wie die ideale Versorgung einer Brustkrebs-Patientin ablaufen soll.

Auch die operativen Möglichkeiten haben sich erheblich weiterentwickelt. Während früher noch radikale Operationen mit schwerwiegenden Folgen gängig waren, wird in der Zwischenzeit die Mehrzahl der Patientinnen brusterhaltend operiert mit schonenden Operations-Verfahren bezüglich der Lymphknoten. Neue Forschungen lassen hoffen, dass sogar dies möglicherweise irgendwann einmal der Vergangenheit angehört. Aber auch für diejenigen, bei denen trotz aller modernen Möglichkeiten die Brustentfernung unumgänglich ist, gibt es eine Vielzahl an Operationen, um die Brust wieder aufzubauen, z. B. mit Silikon oder Eigengewebe.

Manche Frauen benötigen eine Chemotherapie oder Bestrahlung, vielleicht auch eine antihormonelle oder Antikörper-Therapie. Dabei unterstützen sie die Ärzte im Brustzentrum. Auch die Nachsorge spielt hierbei eine große Rolle. Selbst wenn die Patientin wieder gesund ist, wird sie noch über einige Jahre von ihrem Frauenarzt und dem Hausarzt in Zusammenarbeit mit den Ärzten im Brustzentrum weiterbetreut. Aber nicht nur der Körper einer Brustkrebs-Patientin benötigt Nachsorge, auch die seelischen Aspekte sind wichtig. Patientinnen brauchen oft Zeit, um zu lernen, wie sie mit und nach dieser Krankheit wieder zu Freude und Lebensqualität finden. Hierzu werden Kontakte zu Selbsthilfegruppen, onkologischen Sportgruppen oder Psychoonkologen vermittelt.

Am Krankenhaus Rotthalmünster wird unter der Leitung von Chefarzt Dr. Terhaag in enger Kooperation mit dem Zertifizierten Brustzentrum in Eggenfelden, das er ebenfalls leitet, die Diagnostik und Behandlung der Patientinnen nach den aktuell gültigen Leitlinien durchgeführt und das dort aufgebaute starke Netzwerk der Kooperationspartner mit genutzt. So erhalten die Patientinnen eine umfassende Betreuung.

Höhere Heilungswahrscheinlichkeit:

Während 1970–1974 die 10-JahresÜberlebenswahrscheinlichkeit bei einer Brustkrebserkrankung lediglich 47% betrug, stieg diese  1980–1984 auf 61% an. Heute liegt die Heilungswahrscheinlichkeit aufgrund der verbesserten Früherkennung und therapeutischen Möglichkeiten bei über 80% über alle Stadien hinweg, bei sehr günstigen und frühen Stadien sogar bei über 90%.

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