Hilfe bei Schulterschmerzen

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Verschleißerkrankungen, Unfall­ oder Sportverletzungen: Dr. Benedikt Moser ist auf die Behandlung akuter sowie chronischer Erkrankungen des Schultergelenks spezialisiert. 

Dr. Benedikt Moser, Facharzt für Orthopädie und Unfallchi­rurgie, war bereits 2009 bis 2012 im Krankenhaus Wegscheid tätig. Nach seinen deutschlandweiten und internationalen Tätigkeiten ist der Schulterspezialist nun an die Landkreisklinik zurückgekehrt.

Seine Sprechstunden im MVZ Hauzenberg und im Stadtturm Passau sind sehr ge­fragt. Im Krankenhaus Wegscheid führt der gebürtige Österreicher als Ober­arzt der chirurgischen Abteilung regel­mäßig operative Eingriffe durch. Nach­folgend informiert der Schulterspezialist über weitverbreitete Beschwerdebilder und modernste Therapieverfahren.

Herr Dr. Moser, was sind häufige Ursachen für Schulterschmerzen und wie werden diese diagnostiziert?

Dr. Moser: Die Schulter ist das beweglichste Gelenk im menschlichen Körper. Ein Alleskönner in Kraft, Stabilität sowie gleichzeitig in präziser Feinmotorik. Damit das möglich ist, spielen im Inneren viele Sehnen zusammen. Durch die spezielle Anatomie und die andauernde Verwendung können Sehnen schmerzhaft einklemmen und sogar reißen. Die klinische Untersuchung sowie MRT und Schultergürtelkomplex Sonographie lassen meist schnell erkennen, welche Problematik vorliegt. Die Spezialisierung auf die ausschließliche Behandlung von Schultern ermöglicht es, sehr genau angepasste Behandlungspläne und die richtigen Therapien zu wählen.

Welche Therapie ist bei gerissenen oder eingeklemmten Sehnen anzuraten?

Dr. Moser: Die Mikrochirurgie mithilfe modernster Medizintechnik. Fast alle Schulterprobleme können minimal-invasiv, also ohne offene Schnitte behandelt werden. Es wird mit einer Kamera und Instrumenten gearbeitet, die dünner als ein Kugelschreiber sind. In einer Arthroskopie, also einer Gelenkspiegelung, werden Sehnen wieder fest mit dem Knochen verbunden und Ursachen für Verletzungen und Schmerzen werden beseitigt.

Ist das Schultergelenk auch anfällig für Arthrose?

Dr. Moser: Ja, die Schulter ist wie jedes Gelenk mit Knorpelgleitflächen versehen. Diese sorgen für fast reibungslose Bewegungen. Wenn diese Oberflächen an Dicke verlieren, etwa so wie abgefahrene Autoreifen, dann reibt Knochen auf Knochen. Schmerzen bei jeder Bewegung sind die Folge.

Kann Knorpel nicht nachwachsen oder gezüchtet und erneuert werden?

Dr. Moser: Jein. Seit Jahrzehnten haben wir viel Hoffnung und sind in der Forschung dahingehend auch schon viel weitergekommen, aber in der Praxis kommen die Verfahren nur für wenige ganz junge Menschen in Frage.

Wie kann Schulterarthrose stattdessen behandelt werden?

Schulterschmerzen zählen zu den häufigsten Beschwerden der Deutschen. (Foto: srisakorn/Adobe Stock)

Dr. Moser: Die Beschwerden werden oft mit verschiedenen Optionen von physikalischen Behandlungen und Injektionen deutlich besser. In vielen Fällen ist ein Kunstgelenk, eine Endoprothese, die beste Therapie, um die Beweglichkeit wiederzugewinnen und die Schmerzen endgültig loszuwerden. Dies gilt vor allem, wenn jemand aufgrund von Arthrose täglich unter Schmerzen leidet und im Leben stark eingeschränkt ist.

Es ist noch nicht sehr bekannt, sogar unter Ärzten, dass Schulterprothesen gut funktionieren. Es hat sich aber in diesem Bereich enorm viel getan: Die Erfahrungen mit modernen Schulterendoprothesen sind sehr gut. Das verwendete Material wird auf die individuellen Bedürfnisse und Gegebenheiten wie Nickelunverträglichkeit oder Osteoporose angepasst. Viele Patienten sind mit ihren neuen Schultergelenken mit schmerzloser, freier Beweglichkeit so glücklich und bereuen, sich nicht schon viel früher dazu entschieden zu haben.

Was sollten Patienten noch wissen?

Dr. Moser: Für die Diagnostik ist neben der Schulteruntersuchung ein MRT wichtig. Wenn dies beim ersten Termin bereits vorliegt und mitgebracht wird, geht es mit der richtigen Behandlung viel schneller. Außerdem ist zu erwähnen, dass es bei Brüchen und Bandverletzungen des Schlüsselbeins, meist bei Fahrradstürzen, minimal-invasive Behandlungsmethoden ohne Schrauben und Platten gibt – damit ist man schneller wieder fit.

Herr Dr. Moser, Sie behandeln Sportler, arbeiten auch international und haben viele Tätigkeiten. Sie nehmen sich trotzdem Zeit und sind sehr genau, wie schaffen Sie das?

Dr. Moser: (lacht) Danke! Mein Beruf ist meine Leidenschaft. Ich finde es wunderschön im Landkreis Passau, die meisten meiner Patienten sind von hier. Viele sind keine Sportler und um die 60 Jahre. Ich gebe für jeden, was ich kann. Im Durchschnitt schaffe ich sechs bis zehn Schulteroperationen pro Woche und biete mehrmals die Woche Sprechstunden an.