Hilfe bei schwachem Bindegewebe

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Oberarzt Martin Walendowski bei einer Ultraschalluntersuchung der Beinvenen im Krankenhaus Wegscheid.

Welche Behandlungsmöglichkeiten die moderne Weichteilchirurgie im Krankenhaus Wegscheid bei Krampfadern und Hämorrhoiden bietet.

Krankenhaus Wegscheid: Oberarzt Martin Walendowski bei einer Ultraschalluntersuchung der Beinvenen.

Krankenhaus Wegscheid: Oberarzt Martin Walendowski bei einer Ultraschalluntersuchung der Beinvenen.

In der Allgemein- und Viszeralchirurgie/Proktologie am Krankenhaus Wegscheid sind neue operative Methoden zur Behandlung von Krampfadern, Hämorrhoiden oder Bauchwandbrüchen möglich. Diese Leiden können verschiedene Ursachen haben.

Neben der genetischen Veranlagung im Sinne einer angeborenen Bindegewebsschwäche, spielen hormonelle Veränderungen im Verlauf des Lebens – wie typischerweise in der Schwangerschaft – eine große Rolle bei der Entstehung von Krampfadern. Einflüsse aus dem modernen Lebenswandel wie etwa langes Sitzen oder Stehen, wenig Bewegung und dadurch häufig bestehendes Übergewicht sowie Rauchen begünstigen eine Schwächung des Bindegewebes durch Veränderungen im Kollagenhaushalt.

Krampfadern

Etwa jede fünfte Frau und jeder sechste Mann in Deutschland leidet unter Krampfadern. Unbehandelt führen diese zu langjährigen Schwellungen, Schmerzen, Hautverfärbungen und als Spätfolge zu dem gefürchteten “offenen Bein” (nicht abheilende chronische Wunden). Bevor dies jedoch passiert sind viele, häufig minimal-invasive Behandlungsalternativen möglich.

SYMPTOME
Durch rezidivierend erhöhte Drücke im Venensystem bei vorgeschwächten Venenklappen werden diese geschädigt und dadurch mit der Zeit undicht. So staut sich das Blut in den oberflächlichen Venen der Beine und aufgeweitete Venen unter der Haut werden sichtbar. Durch diese chronische Stauung kommt es zu Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen. Mit der Zeit kommen Juckreiz und Schwellneigung in den Unterschenkeln hinzu. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, entwickeln sich Venenentzündungen und Hautveränderungen mit Verfärbungen an den Unterschenkeln. Die Haut wird braun und hart. Die Unterschenkel werden immer dünner. Minimale Verletzungen können schließlich zu dem sogenannten “offenen Bein” führen.

BEHANDLUNG
Auch wenn mit Kompressionstherapie eine Operation verzögert werden kann, so bleibt die Erkrankung bestehen und die Ursache wird nicht behoben. Das Krampfaderleiden muss daher operativ behandelt werden, um deren Ursache, nämlich die defekten Venen, zu entfernen oder zu verschließen. Im Krankenhaus Wegscheid sind alle modernen Behandlungsmethoden etabliert und stehen den Patienten dort zur Verfügung. Nach entsprechender Diagnosesicherung mittels Ultraschall und gegebenenfalls Venenfunktionsmessung wird mit dem Therapeuten das passende Verfahren ausgewählt und besprochen. Dabei spielt nicht nur der gesundheitliche Aspekt, sondern auch die Kosmetik und postoperative Beschwerdearmut eine Rolle.

Meist ambulant und ohne Fädenentfernung ist die klassische Venenentfernung mittels Stripping immer noch der Goldstandard in der Therapie von nicht voroperierten Krampfadern. Dabei wird die Stammvene am Oberschenkel oder Unterschenkel an ihrer Mündung in das tiefe Gefäßsystem unterbunden und nach unten herausgezogen. Die Wunden werden abschließend kosmetisch genäht oder mit Pflasterstreifen verschlossen, womit keine Entfernung der Fäden mehr notwendig wird.

  • Ein modernes und minimal-invasives Verfahren mit Verödung der betroffenen Venen von innen mittels Hochfrequenzstrom (Radiofrequenztherapie) ist eine etablierte schmerzfreie und komplikationsfreie Alternative der Behandlung. In der chirurgischen Abteilung des Krankenhauses Wegscheid ist diese neue Methode auch möglich. Da die Vene dabei nur punktiert wird, sind weder Schneiden noch Nähen notwendig. Unter Narkose können beide Beine behandelt werden. Da die Methode allerdings kostenintensiv ist, wird sie nicht von allen Kassen erstattet. Bei bereits voroperierten Beinen muss die Ursache der neuen Krampfadern mittels Ultraschall gesucht werden. Häufig sind Querverbindungsvenen am Ober- oder Unterschenkel die Ursache. Dann kann gegebenenfalls unter Lokalanästhesie die Unterbindung des Zuflusses erfolgen.
  • Gleichmäßige Bewegung wirkt Venenleiden entgegen. (Foto: ARochau/fotolia.com)

    Gleichmäßige Bewegung wirkt Venenleiden entgegen. (Foto: ARochau/fotolia.com)

Hämorrhoiden

Aufgrund gleicher o.g. Ursachen können sich im Analkanal die Hämorrhoidalgefäße erweitern, die alle Menschen haben und für die Feinkontinenz zuständig sind. Mit der Zeit leiern die Gefäße sozusagen aus, sodass sich das Polster knotig vergrößert. Obwohl diese Erkrankung noch immer mit viel Schamgefühl ein Tabu darstellt, sind fast 50% der Menschen davon betroffen.

SYMPTOME
Durch festen Stuhlgang kommt es zu Verletzungen der ausgedünnten Schleimhaut und dadurch zu Blutungen und Entzündungen. Wenn der Körper versucht, diese zur Abheilung zu bringen, führt dies zu Juckreiz und Schleimbildung. Unbehandelt wölbt sich immer mehr Schleimhaut und Hämorrhoiden nach außen bis schließlich als Endstadium der Analprolaps (Vorstülpung der Analschleimhaut) mit Verlust der Stuhlkontinenz entsteht.

BEHANDLUNG
Konservative Maßnahmen wie Stuhlregulierung und ballaststoffreiche Kost sind als unterstützende Maßnahmen sowie nach einer erfolgten Behandlung sinnvoll. Dennoch ist die einzige kurative Behandlung die Operation.

Im Krankenhaus Wegscheid werden alle operativen Methoden des Hämorrhoidalleidens angeboten. Jüngst wurde dort auch das neue, komplikations- und schmerzarme Verfahren der HAL-RAR (Hämorrhoidalarterienligatur und rektoanalem Repair) als minimal-invasive Methode etabliert. Dabei wird ohne zu schneiden die Blutzufuhr zu den Hämorrhoidalknoten zugenäht und der Knoten nach innen gerafft. Die Knoten veröden und verschwinden sofort ohne Blutungen und Schmerzen.

FAZIT
Durch Bindegewebsschwäche können sich viele Erkrankungen bilden. Im Krankenhaus Wegscheid werden neue operative Verfahren in der Behandlung dieser Erkrankungen angeboten. Diese Methoden sind sehr komplikationsarm und fast schmerzfrei. Es sind keine Fadenentfernungen nötig, häufig kann die Behandlung ohne Schneiden und Blutungen erfolgen.

Zur Allgemein- und Viszeralchirurgie/Proktologie