Live-Einblicke in Magen-Darm-Trakt

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Die beiden Geschäftsführer Josef Mader (v.l.) und Klaus Seitzinger sowie Verwaltungsleiter Alexander Dötter übergeben Chefärztin Dr. Monica Rusticeanu das neue Endoskopie-Gerät.

Krankenhaus Vilshofen führt ganz neue Endoskopie-Technik ein. Davon profitieren vor allem Patienten mit chronisch-entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen, Nahrungsunverträglichkeiten oder Reizdarmsyndrom. Chefärztin stellt neues Verfahren live auf YouTube vor: Am 27. Juli um 18 Uhr.

Die beiden Geschäftsführer Josef Mader (v.l.) und Klaus Seitzinger sowie Verwaltungsleiter Alexander Dötter übergeben Chefärztin Dr. Monica Rusticeanu das neue Endoskopie-Gerät.

Die beiden Geschäftsführer Josef Mader (v.l.) und Klaus Seitzinger sowie Verwaltungsleiter Alexander Dötter übergeben Chefärztin Dr. Monica Rusticeanu das neue Endoskopie-Gerät.

Ein neues endoskopisches Verfahren, die Konfokale Laser-Endomikroskopie (CLE), ermöglicht erstmals Echtzeit-Einblicke in die Schleimhaut des gesamten Magen-Darm-Traktes in 1.000-facher Vergrößerung. Damit können Gastroenterologen die Reaktionen im Darm live mit mikroskopischer Auflösung untersuchen. Bayernweit beherrschen nur wenige Ärzte dieses spezielle Verfahren. Eine davon ist Dr. med. Monica Rusticeanu, neue Chefärztin für Innere Medizin am Krankenhaus Vilshofen. Ab Mitte August bietet sie die CLE erstmalig im Landkreis Passau an. Rund 180.000 Euro hat das Krankenhaus Vilshofen dafür eigens in das neue Endoskopiegerät investiert.

Vor allem Patienten, die an chronisch-entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, Lebensmittelallergien oder Reizdarm leiden, profitieren von der neuen Endoskopie-Technik. Sie eignet sich aber auch zur Krebsvorsorge. “Zum ersten Mal können wir Gewebearchitektur, Infiltration entzündlicher Zellen, bösartige Zellveränderungen und Gefäßveränderungen im Körper auf zellularer Ebene sehr genau in vivo beurteilen”, erklärt die Fachärztin für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie.

Reizdarm: Ursachen abklären und Therapie individuell anpassen

Lebensmittelunverträglichkeiten sind oft schwer zu untersuchen. Lässt sich mit der gängigen Diagnostik wie Magen- und Darmspiegelungen, Ultraschall, Stuhlproben etc. keine genaue Ursache für die Beschwerden feststellen, ist es schwierig, eine gezielte Therapie einzuleiten.

Beschwerden wie Blähungen, Durchfall oder Verstopfung können auf verschiedenste Darmerkrankungen hinweisen. (Foto: yodiyim/fotolia.com)

Beschwerden wie Blähungen, Durchfall oder Verstopfung können auf verschiedenste Darmerkrankungen hinweisen. (Foto: yodiyim/fotolia.com)

An dieser Stelle kommt die neue Untersuchungsmethode zum Einsatz: “Im Rahmen einer Magen- oder Darmspiegelung wird den Patienten bei einer CLE ein gut verträgliches Kontrastmittel verabreicht”, berichtet Chefärztin Dr. Rusticeanu und erläutert weiter: “Tritt dieser Farbstoff an einer Stelle im Darm aus den Blutgefäßen aus, deutet dies auf eine Lücke in der Darmbarriere hin.” Durch den Arbeitskanal des Endoskops werden verschiedene Nahrungsbestandteile wie Milch, Eiweiß oder Weizen direkt auf die Darmschleimhaut gespritzt. Bei einer Unverträglichkeit reagiert die Schleimhaut innerhalb weniger Minuten, Entzündungszellen strömen in den Darm und verursachen einen Barrieredefekt.

Anhand dieses Vorgangs können die Ärzte die Ursache der Beschwerden noch während der Untersuchung eindeutig identifizieren – ohne Entnahme einer Gewebeprobe. Im Hinblick auf eine langfristig erfolgreiche Therapie bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen kann die Wirksamkeit eines Medikaments nach dem gleichen Prinzip überprüft werden. “Mit der CLE können wir feststellen, wie gut bestimmte Arzneimittel wirken”, so Dr. Rusticeanu. Auf diese Weise lässt sich die medikamentöse Therapie individueller als bisher an den Patienten und sein Krankheitsbild anpassen.

Zuverlässiges Verfahren zur Krebsvorsorge

Doppelt so gut wie bei anderen endoskopischen Verfahren kann mittels CLE festgestellt werden, ob am Gewebe krankhafte Veränderungen stattgefunden haben. Solche sogenannten Dysplasien können Krebsvorstufen sein. Diese werden durch entzündliche Prozesse hervorgerufen, die über einen längeren Zeitraum hinweg zu krankhaften Veränderungen und Tumoren führen können. “Besonders revolutionär ist die neue Technik deshalb nicht nur im Bereich der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, sondern auch beim sogenannten Barrett-Ösophagus, einer Komplikation der Refluxkrankheit, bei der Magensäure in den Speiseröhreneingang zurückfließt”, erklärt die Gastroenterologin. Mithilfe der CLE ist es dann möglich, gezielte Gewebeproben für die Analyse im Labor zu entnehmen. Ebenso hilft die Methode, bei Bauchspeicheldrüsenzysten zwischen gutartigen und bösartigen Veränderungen zu unterscheiden.

Online-Vortrag live auf YouTube

Chefärztin stellt neue Endoskopie-Technik vor

Dr. med. Monica Rusticeanu, neue Chefärztin Innere Medizin, Krankenhaus Vilshofen

Dr. med. Monica Rusticeanu, neue Chefärztin Innere Medizin, Krankenhaus Vilshofen

Am Montag, 27. Juli ab 18 Uhr, informiert Dr. Monica Rusticeanu über die neue Endoskopie-Technik: Der Vortrag läuft live auf dem YouTube-Kanal der Landkreis Passau Gesundheitseinrichtungen.

Im Anschluss an den Vortragsteil haben die Zuschauer die Möglichkeit, Fragen an die Chefärztin zu stellen, die sie dann direkt live im Video beantwortet (anonym ohne Nennung von Namen). Wer einen YouTube-Account hat, kann seine Fragen direkt als Kommentar im Live-Chat stellen. Alternativ können die Fragen auch per Email geschickt werden.
Tel.-Nr. für weitere Informationen: 08541/206-340.