Aus dem Takt: Hilfe bei Herzrhythmusstörungen

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Bei der Behandlung von gefährlichen Herzrhythmusstörungen spielt die diagnostische und ablative Therapie über den
Herzkatheter eine immer größer werdende Rolle. (Foto: Syda Productions/fotolia.com)

Ein gesundes Herz schlägt unter Ruhebedingungen rund 60- bis 80-mal pro Minute. Sind die Herzschläge unregelmäßig, beispielsweise stark beschleunigt oder verlangsamt, spricht man von sogenannten Herzrhythmusstörungen.

Die Experten für Herzrhythmusstörungen an den Krankenhäusern Vilshofen und Rotthalmünster (v.l.): Dr. med. univ. Boris Ivanov sowie Dr. med. univ. Franz Kontschitsch.

Die Experten für Herzrhythmusstörungen an den Krankenhäusern Vilshofen und Rotthalmünster (v.l.): Dr. med. univ. Boris Ivanov sowie Dr. med. univ. Franz Kontschitsch.

Zentrale Fragen von der Diagnose bis hin zu den Behandlungsmöglichkeiten beantworten die beiden erfahrenen Kardiologen, Dr. med. univ. Boris Ivanov vom Krankenhaus Vilshofen und Dr. med. univ. Franz-Jörg Kontschitsch vom Krankenhaus Rotthalmünster.

Was sind Herzrhythmusstörungen und welche Folgen haben sie?

Dr. Ivanov: Bei Herzrhythmusstörungen ist die normale Herzschlagfolge gestört, d.h. das Herz schlägt entweder zu langsam oder zu schnell. Je nach Ausprägung sind die Folgen vielfältig. Es wird zwischen gutartigen bzw. unbedeutenden sowie lebensbedrohlichen HRS unterschieden. Letztere können bis zum Herzstillstand oder Herztod führen. Die häufigste Störung ist das Vorhofflimmern. Diese Rhythmusstörung kann zu Schlaganfällen, Herzschwäche und bis zum Tod führen.

Wie werden Herzrhythmusstörungen diagnostiziert?

Dr. Ivanov: Bei der Behandlung von gefährlichen Herzrhythmusstörungen hat die Bedeutung der medikamentösen Therapie im Laufe der letzten Jahre immer weiter abgenommen. Stattdessen nimmt die diagnostische und ablative Therapie über den Herzkatheter zu, denn dadurch kann häufig rascher und mit weniger Nebenwirkungen Abhilfe geschaffen werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Dr. Kontschitsch: Herzrhythmusstörungen können medikamentös oder mittels Ablation behandelt werden. Unter einer Ablationstherapie versteht man die Verödung des erkrankten Bereichs im Herzen mit Hochfrequenzstrom. Das Verfahren wird im Anschluss an eine elektrophysiologische Untersuchung durchgeführt, über spezielle Katheter über die Leistenvene. Ziel ist es, falsche elektrische Impulse im Herzen, die die Rhythmusstörung auslösen, auszuschalten, sodass die Störung nicht mehr auftritt.

Bei der Behandlung von gefährlichen Herzrhythmusstörungen spielt die diagnostische und ablative Therapie über den Herzkatheter eine immer größer werdende Rolle. (Foto: Syda Productions/fotolia.com)

Bei der Behandlung von gefährlichen Herzrhythmusstörungen spielt die diagnostische und ablative Therapie über den Herzkatheter eine immer größer werdende Rolle. (Foto: Syda Productions/fotolia.com)

Im Vergleich zur medikamentösen Behandlung können Herzrhythmusstörungen durch eine Ablation häufig schneller und mit geringeren Nebenwirkungen behandelt werden. Aber welche Methode für welchen Patienten besser geeignet ist, muss immer im Einzelfall entschieden werden. In unserer Abteilung ist es uns sehr wichtig, auch den Patientenwunsch hinsichtlich der Behandlungsstrategie zu berücksichtigen.

Birgt die Ablation auch Risiken?

Dr. Kontschitsch: Risiken der Ablationsbehandlung bestehen in erster Linie in Leistenkomplikationen wie Einblutungen oder Gefäßaussackungen. Schwere Komplikationen wie ein Herzbeutelerguss oder ein Schlaganfall treten nur selten auf. Wichtig ist hervorzuheben, dass bei jedem Patienten der Nutzen einer Ablation viel größer ist als das Risiko des Eingriffs.

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