Krankenhaus Rotthalmünster: Telemedizinisch vernetzte Stroke Unit offiziell zertifiziert – hoher Standard in der Schlaganfallversorgung im ländlichen Raum

Ausgezeichnete Teamarbeit auf der Stroke Unit in Rotthalmünster (v.l.): Chefarzt Dr. Christian Meyer, stv. Stationsleiterin Alexandra Frank, leitender Neurologe Ahmad Hussam Alsayed mit dem neuen Zertifikat und Case Managerin Patrizia Huber gemeinsam mit QM-Leiterin Patricia Plattner, Pflegedienstleiterin Anita Lowak, Geschäftsführer Klaus Seitzinger und Verwaltungsleiter Josef Ederer.
Ein wichtiger Meilenstein für die medizinische Versorgung in der Region: Die landkreisweit einzige Schlaganfalleinheit am Krankenhaus Rotthalmünster hat die Zertifizierung als telemedizinisch vernetzte Stroke Unit erhalten. Die Auszeichnung von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Deutschen Schlaganfall-Hilfe bestätigt die seit Jahren etablierte hohe Qualität in der Schlaganfallversorgung.
Vernetzung mit großen Schlaganfallzentren
Das Qualitätssiegel bestätigt offiziell, dass unsere Schlaganfalleinheit personell, technisch und organisatorisch hervorragend ausgestattet ist.Geschäftsführer Klaus SeitzingerRund 300 Schlaganfallpatienten werden jährlich in der Stroke Unit in Rotthalmünster behandelt. Die Spezialabteilung, die telemedizinisch an das TEMPiS-Netzwerk angebunden ist, verfügt über vier Akutbetten sowie sechs Post-Stroke-Betten. “Unser Team ist rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche digital mit neurologischen Spezialisten großer Schlaganfallzentren wie München-Harlaching vernetzt”, informiert Patricia Plattner, Leitung des Qualitätsmanagements der Landkreis Passau Gesundheitseinrichtungen. Sie hat den Zertifizierungsprozess maßgeblich mitgetragen und freut sich über den positiven Abschluss des Verfahrens: “Zertifizierte Stroke Units stehen für eine höhere Effizienz und bessere Langzeitergebnisse.”
Qualität, die Leben rettet
Gerade vor dem Hintergrund der Krankenhausreform kommt der Zertifizierung eine besondere Bedeutung zu. “Das Qualitätssiegel bestätigt offiziell, dass unsere Patienten die bestmögliche Akutversorgung erhalten”, ist Kliniken-Geschäftsführer Klaus Seitzinger überzeugt. Damit sei die Stroke Unit in Rotthalmünster “zukunftssicher” aufgestellt. Die Zertifizierung umfasste die Prüfung strenger Qualitätskriterien. Diese müssen alle drei Jahre erneut nachgewiesen werden. Ein entscheidender Faktor sind kurze Behandlungszeiten. “Im Schnitt sterben bei einem Schlaganfall pro Minute 1,9 Millionen Nervenzellen”, verdeutlicht Chefarzt Dr. med. Christian Meyer, der die interventionelle Kardiologie und die Stroke Unit am Krankenhaus Rotthalmünster verantwortet. Oberstes Ziel sei daher der frühestmögliche Therapiebeginn – “nicht nur schnell, sondern auch qualitätsgesichert und vor allem wohnortnah”, wie der Experte weiter ausführt.
Teamarbeit auf der Stroke Unit
Besonders positiv bewerteten die Auditoren die sehr gute interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb der Klinik. “Die Rückmeldungen spiegeln das große Engagement aller beteiligten Berufsgruppen wider – von der zentralen Notaufnahme über die Diagnostik und Therapie bis hin zur Nachsorge”, betont Neurologe Ahmad Hussam Alsayed, leitender Arzt der Stroke Unit in Rotthalmünster. Neben dem ärztlichen Team trägt auch die Pflege entscheidend zur Versorgung von Schlaganfallpatienten bei.
Seit Beginn an Teil des Teams ist Patrizia Huber. Nach vielen Jahren als pflegerische Stationsleitung wechselte sie 2024 ins Case Management. “Tag für Tag und oft unter herausfordernden Bedingungen begleiten wir Menschen in einer für sie und ihre Angehörigen sehr belastenden Situation”, beschreibt die gelernte Pflegefachkraft ihren Berufsalltag. Wofür sich der Einsatz lohnt, zeige sich für Patrizia Huber im Behandlungsergebnis: “Wenn Patienten unsere Stroke Unit in einem guten Gesundheitszustand mit möglichst wenigen Einschränkungen verlassen und ihren Weg zurück in die Häuslichkeit und in die Rehabilitation antreten können.”
Um dies zu ermöglichen, verfügt die Stroke Unit der Landkreisklinik über ein sehr gut etabliertes regionales Netzwerk. Auch Neurologen umliegender Kliniken sind in die stationäre Patientenversorgung eingebunden. Diese stabile Struktur habe maßgeblich zur Entwicklung der Abteilung bis hin zur Zertifizierung beigetragen, stellt Chefarzt Dr. Meyer fest. Der enge fachliche Austausch sorge zudem für eine nahtlose Überleitung von Schlaganfallpatienten in die Rehabilitation. “Umgekehrt profitieren Reha-Patienten bei Verschlechterungen von einer schnellen stationären Abklärung im Krankenhaus – ein klarer Vorteil für beide Versorgungssysteme”, so der erfahrene Mediziner.

Die “Flying Interventionalists” aus München kamen per Helikopter ins Krankenhaus Rotthalmünster geflogen.
TEMPiS: Schlaganfallversorgung per Helikopter
Sinnvoll ergänzt wird die Versorgung durch das TEMPiS-Netzwerk, das Telemedizin und innovative Behandlungsmöglichkeiten vor Ort miteinander kombiniert. “Dank der Zusammenarbeit können in Rotthalmünster auch Verfahren durchgeführt werden, die sonst Spezialkliniken vorbehalten sind”, erklärt QM-Leiterin Patricia Plattner. Ein Beispiel dafür sei die mechanische Thrombektomie, wie leitender Arzt Ahmad Hussam Alsayed weiter ausführt: “Dieser kathetergestützte Eingriff wird eingesetzt, um ein Blutgerinnsel in einer Hirnarterie zu entfernen”.
Statt den Patienten zeitaufwendig in ein entferntes Schlaganfallzentrum zu verlegen, wird ein ausgewiesener Neuroradiologe aus München per Helikopter nach Rotthalmünster eingeflogen. Bis zur Ankunft trifft das Stroke Unit-Team vor Ort alle Vorkehrungen, damit der lebensrettende Eingriff unverzüglich starten kann. So wird kostbare Zeit gespart, da der Patient schneller behandelt werden kann. Damit im Notfall alles reibungslos und routiniert verläuft, finden außerdem Schlaganfalltrainings und regelmäßige Audit-Visiten mit dem TEMPiS-Team statt.
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