Bestens für Notfälle gerüstet

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Eine realistisch nachgestellte Übung für den Ernstfall: Notarzt Dr. Stuchlik erläutert das Unfallszenario für die Schockraumfortbildung.

Krankenhaus Vilshofen erneut als „Lokales TraumaZentrum“ ausgezeichnet

Eine realistisch nachgestellte Übung für den Ernstfall: Notarzt Dr. Stuchlik erläutert das Unfallszenario für die Schockraumfortbildung.

Eine realistisch nachgestellte Übung für den Ernstfall: Notarzt Dr. Stuchlik erläutert das Unfallszenario für die Schockraumfortbildung.

Rund 30.000 Unfallopfer werden jährlich in den Notaufnahmen deutscher Krankenhäuser behandelt. Bei deren Erstversorgung zählt jeder Sekunde.

Dass die Ärzte, Pfleger und Helfer im Krankenhaus Vilshofen in solchen Fällen optimal zusammenarbeiten, bestätigt die erfolgreiche Re-Zertifizierung als “Lokales TraumaZentrum” von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU). Über die Bescheinigung dürfen sich vor allem der Chefarzt der Unfallchirurgie, Orthopädie und Sportmedizin am Krankenhaus Vilshofen Dr. med. Hans-Otto Rieger sowie der Leitende Notarzt Dr. Wolfgang Stuchlik freuen.

Zertifiziertes Traumazentrum – was bedeutet das?

Das Zertifikat erhalten nur Häuser, die alle Anforderungen der DGU an die Behandlung von Schwer- und Schwerstverletzten erfüllen. “Wir haben eine Top-Primärversorgung und Koordination im Ernstfall”, erklärt Chefarzt Dr. Rieger. Bei einer Schockraumalarmierung verständigt der diensthabende Unfallchirurg die weiteren Dienste. Die Re-Zertifizierung setzt voraus, dass ein Haus diese reibungslosen Abläufe rund um die Uhr gewährleisten kann.

Dr. Rieger ergänzt: “Die Erreichbarkeit und Vernetzung müssen zu 100 Prozent funktionieren. Man darf keine Zeit verlieren, denn Zeit ist Leben. Die Mannschaft muss sofort bereit stehen. In kürzester Zeit muss die Primärdiagnostik durchgeführt werden.” Innerhalb weniger Minuten wird der Patient vom Scheitel bis zum Becken gescannt, um Verletzungen an Kopf, Wirbelsäule, Brustraum, Lunge und weiteren Organen zu erkennen oder auszuschließen.

Eine Schockraumalarmierung kann nicht nur bei Schwerverletzten notwendig sein, wie Dr. Rieger weiter erklärt: “Es hängt von der Art des Unfalls ab. Ein Patient kann erst noch ganz fidel wirken, aber nach einer halben Stunde treten plötzlich innere Blutungen auf. Darum muss man für jeden Fall gerüstet sein.”

Zur ständigen Fortbildung: Übungen im Schockraum

Wie im Ernstfall wird der angebliche “Schwerverletzte” für die Übung mit den Rettungswagen ins Krankenhaus Vilshofen eingeliefert.

Um dies sicherzustellen, finden am Krankenhaus Vilshofen regelmäßig sogenannte Schockraumfortbildungen für die beteiligen Fachdisziplinen Unfall- und Allgemeinchirurgie, Anästhesie, Intensiv-, Notfall-/ Rettungsmedizin und Pflege statt – die letzte war Anfang Februar. Organisiert wurde die umfassende Schulung von der Abteilung für Unfallchirurgie, Orthopädie und Sportmedizin unter Leitung von Chefarzt Dr. Rieger, den beiden Oberärzten Dr. med. Peter Botka und Dr. med. Tino Altmann in Zusammenarbeit mit dem Leitenden Notarzt Dr. Stuchlik.

Begonnen wurde mit einem theoretischen Teil: Dr. Botka informierte alle Fortbildungsteilnehmer in einem Vortrag über die neuesten Richtlinien in der Schwerstverletztenversorgung nach den speziellen Algorithmen der DGU. Diese zielen darauf ab, möglichst schnell die Verletzungsmuster zu erkennen und auch sofort alle lebensrettenden Maßnahmen zur Stabilisierung des Patienten durchzuführen. Anschließend schilderte Dr. Altmann aktuelle Fallbeispiele, die von den Teilnehmern rege diskutiert wurden. Oberarzt Christian Wollin von der anästhesiologischen Abteilung hielt einen Vortrag über die Gabe von gerinnungsaktiven – d.h. blutstillenden – Substanzen und Blutprodukten im Notfall.

Danach ging es um die Alarmplanung im Krankenhaus Vilshofen bei einem Massenanfall von Verletzten oder Erkrankten, wie z. B. im Katastrophenfall oder bei Bränden. Robert Grübl, Fachkraft für Arbeitssicherheit, erläuterte den seit zwei Jahren existierenden Notfallplan, der die Alarmierungsstrategien und Rekrutierung von Personal sowie materiellen Kapazitäten in solchen Fällen sicherstellt.

Trügerisch echt geschminkt: Rettungssanitäter Philipp Schindler mimte einen schwerverletzten Waldarbeiter.

Trügerisch echt geschminkt: Rettungssanitäter Philipp Schindler mimte einen schwerverletzten Waldarbeiter.

Dann folgten unterschiedliche praktische Übungen: Oberarzt Florian Fischer von der Anästhesie gab Tipps zur Atemwegssicherung. Dr. Dorothea Schmid-Hösl, Leitende Oberärztin für Innere Medizin, frischte die Notfallultraschalldiagnostik im Schockraum auf. Und zu guter Letzt wurde wie jedes Jahr ein Schockraumszenario simuliert.

Dieses Mal wurde ein Unfall bei Waldarbeiten nachgestellt mit einer Pfählungsverletzung durch einen umfallenden Baum sowie schweren Kopfverletzungen und einer Fingeramputation. Der vermeintliche Schwerverletzte, gespielt von Rettungssanitäter Philipp Schindler, wurde vom Notarztteam unter Leitung von Dr. Stuchlik sowie den beiden Rettungsassistenten Franz-Josef Kapfhammer und Dominik Staudacher täuschend echt geschminkt und vorbereitet. Mit Verbänden, einem Beatmungsschlauch, Rettungsdecken und sogar echtem Schnee bedeckt wurde der “Schwerverletzte” dann wie unter Realbedingungen ins Krankenhaus Vilshofen eingeliefert und von den Fortbildungsteilnehmern im Schockraum erstversorgt.

Alle Teams meisterten diese Übung mit Bravour. Nach einer kurzen Abschlussbesprechung zog Dr. Botka ein positives Resümee aus der erfolgreich durchgeführten Veranstaltung, lobte alle Beteiligten und bedankte sich bei dem engagierten Vilshofener Rettungsdienst.

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