Neue OP-Verfahren in der Urologie

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Weitere Spezialisierung: Klinik Rotthalmünster erweitert Behandlungsmöglichkeiten bei Harninkontinenz und Senkungsbeschwerden

Chefarzt Dr. sc. Nikola Zebic setzt gezielt auf Verfahren, die bessere Behandlungsergebnisse ermöglichen.

Medizinischen Fortschritt gibt es nicht nur an großen Universitätskliniken. Neue Behandlungsmethoden sollen auch den Patienten im ländlichen Raum zugutekommen. Diesen Anspruch verfolgt die Urologie am Krankenhaus Rotthalmünster. Nach gezielten Fortbildungen am Medizin Campus Bodensee und an der Urologischen Klinik der LMU München / Großhadern bietet Chefarzt Dr. sc. Nikola Zebic die dort vertieften Verfahren inzwischen auch vor Ort in Rotthalmünster an.

Harninkontinenz beim Mann

Ein Schwerpunkt liegt auf der Behandlung der männlichen Belastungsinkontinenz, die insbesondere nach Operationen an der Prostata auftreten kann. Bei moderater bis schwerer Inkontinenz setzt die Urologie in Rotthalmünster unter anderem auf das sogenannte ATOMS-System (kurz für Adjustable TransObturator Male System).

Das ATOMS-System kann jederzeit mit wenigen Millilitern Flüssigkeit individuell nachjustiert werden. (Grafik: A.M.I.)

“Dabei wird ein kleines Silikonkissen unterhalb der Harnröhre platziert”, erklärt der Chefarzt und geht auf eine Besonderheit des Systems ein: “Der Druck des Kissens kann auch nach dem Eingriff über einen kleinen Port unter der Haut individuell angepasst werden – ambulant und ohne erneute Operation”.

Bei einer schweren Schließmuskelschwäche steht als weitere Behandlungsmöglichkeit ein künstlicher Blasenschließmuskel zur Verfügung. “Gerade bei der Behandlung der Harninkontinenz gibt es nicht die eine Lösung für jeden Patienten”, so Dr. Zebic. Entscheidend sei, das Verfahren auszuwählen, das zur individuellen Situation passe.


Die Urologie entwickelt sich ständig weiter. Mir ist wichtig, neue Verfahren nicht einfach zu übernehmen, sondern mich intensiv damit auseinanderzusetzen und genau zu prüfen, welchen Patienten sie einen Vorteil bieten können.Dr. sc. Nikola Zebic, Chefarzt der urologischen Hauptfachabteilung in Rotthalmünster

Senkungsbeschwerden der Frau

Was viele nicht wissen: die Urologie kann nicht nur Männern, sondern auch Frauen helfen. Die Fachabteilung bietet auch Möglichkeiten speziell für Frauen mit Senkungsbeschwerden. Wenn sich beispielsweise Gebärmutter, Scheide, Blase oder Enddarm aus ihrer ursprünglichen Position absenken, gibt es sogenannte InGYNious-Netzimplantate, die den Beckenboden stabilisieren und die abgesunkenen Organe unterstützen.

Befestigt werden die Implantate minimalinvasiv mit dem sogenannten i-Stitch-Instrument: “Es ermöglicht, die notwendigen Nähte präzise zu platzieren, wobei nur wenig Gewebe freigelegt werden muss”, so Dr. Zebic. Der Blutverlust während des Eingriffs sei dadurch minimal, der leichtere Zugang verkürze zudem die Operationsdauer signifikant.

Wieder mehr Lebensqualität

Die klinischen Ergebnisse sprechen für das Verfahren: Bei mehr als 90 Prozent der Patientinnen könne die Organsenkung erfolgreich behoben werden, die Rate an Netzkomplikationen liege unter zwei Prozent. Dadurch verbessere sich die Lebensqualität der Patientinnen signifikant, fasst der Experte zusammen.

Spezialisierte Urologie vor Ort

Für die Geschäftsführung der Landkreis Passau Gesundheitseinrichtungen sind die neuen OP-Methoden ein Beispiel für die fortschreitende medizinische Spezialisierung an den einzelnen Klinikstandorten. “Für die Patienten ist entscheidend, dass sie auch für spezialisierte Behandlungen nicht zwangsläufig weite Wege auf sich nehmen müssen. Wenn wir solche Verfahren in Rotthalmünster anbieten können, stärkt das die medizinische Versorgung der Menschen in unserer Region”, so Geschäftsführer Josef Mader.

Kontakt

Erreichbar ist die Urologie am Krankenhaus Rotthalmünster unter Tel. 08533/99-2111.

Für Patienten mit Harninkontinenz gibt es eine eigene Sprechstunde. Sie findet donnerstags von 13 bis 16 Uhr nach Terminvereinbarung statt.

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