Darmkrebs: Früherkennung kann Leben retten

Fabian DeragischAllgemein, News, Startseite VOF

Krankenhaus Vilshofen will mit (alkoholfreier) Freibier-Aktion mehr Menschen für das Thema Darmkrebs sensibilisieren

Prost: Verwaltungsleiter Alexander Dötter (v.l.) und Initiator Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Jörg Schedel freuen sich über die Unterstützung von Wolferstetter Bräu. Geschäftsführer Georg Huber hat bereits einen Koloskopie-Termin für April ausgemacht, Braumeister Georg Bloch will ebenso mit gutem Beispiel vorangehen.

Der Darmkrebsmonat März ist fast vorbei. Die Wichtigkeit der Krebsfrüherkennung bleibt aber weiterhin bestehen. Darum ist es dem neuen Chefarzt für Innere Medizin und Gastroenterologie am Krankenhaus Vilshofen, Priv.-Doz. Dr. med. Jörg Schedel, ein besonderes Anliegen, mehr Menschen zu motivieren, die potenziell lebensrettende Darmspiegelung durchführen zu lassen.

Jährlich erkranken rund 55.000 Menschen an Darmkrebs und ca. 25.000 sterben daran.Chefarzt PD Dr. Jörg Schedel

Wegen der Beliebtheit des Biers in Bayern macht die Vilshofener Klinik daher jetzt bei einer etwas unkonventionelleren Aktion mit: “Das Bier danach”. Dabei wird jedem Patienten nach vollendeter Darmspiegelung ein alkoholfreies Wolferstetter Bier mitgegeben. Der Grund: Nach der Untersuchung soll man reichlich trinken, für gewöhnlich werden Wasser oder Tee empfohlen. Aber auch ein kühles alkoholfreies Bier ist zur Rehydrierung geeignet. Verwaltungsleiter Alexander Dötter freue es sehr, dass sich die hiesige Wolferstetter Brauerei sofort bereit erklärt habe, die Gesundheitsaktion mit ein paar Kästen Freibier zu unterstützen. “Wenn schon ein alkoholfreies Bier, dann wenigstens ein Gutes”, so der Verwaltungsleiter lachend.

Hintergrund der Gesundheitsaktion

Die Idee wurde 2014 von Prof. Dr. med. Michael Reng, Chefarzt für Innere Medizin und Gastroenterologie an der Goldberg-Klinik Kelheim und ehemaliger Oberarzt von Dr. Schedel, ins Leben gerufen. Mittlerweile beteiligen sich viele Kliniken und Hausarztpraxen bayernweit daran. Das Motivationsprogramm bringt den ein oder anderen vielleicht zum Schmunzeln, dahinter steckt aber eine wichtige Botschaft.

Darmpolypen sind nicht immer gefährlich. Aber aus ihnen kann Darmkrebs entstehen. (Foto: peterschreiber.media/Adobe Stock)

“Eine Darmspiegelung ist zwar nicht die angenehmste Untersuchung, kann aber Leben retten”, informiert Chefarzt Dr. Schedel und ergänzt: “Jährlich erkranken rund 55.000 Menschen an Darmkrebs und ca. 25.000 sterben daran.” Die meisten dieser Todesfälle wären durch regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen vermeidbar. “Da Männer häufiger und oft auch in einem früheren Alter von Darmkrebs betroffen sind als Frauen, wird ihnen eine Darmspiegelung ab dem 50. und Frauen ab dem 55. Lebensjahr angeraten”, erklärt der neue Vilshofener Chefarzt weiter. Eine Darmspiegelung, auch Koloskopie genannt, sei seiner Meinung nach die effektivste Methode, um Krebsvorstufen – sogenannte Polypen – zu entdecken und zu entfernen. So könne das Risiko für die Entstehung eines Kolonkarzinoms drastisch gesenkt werden.

Wie funktioniert eine Darmspiegelung?

Bei der Darmspiegelung wird die Schleimhaut des Dickdarms direkt auf krankhafte Veränderungen hin untersucht. “Dazu wird unter Kurznarkose durch Anwendung eines flexiblen Schlauchs mit einer hochauflösenden Optik am Ende des Geräts nach sogenannten Polypen gefahndet, die sich je nach feingeweblicher Einordnung zu bösartigen Tumoren, sprich Krebs, entwickeln können”, beschreibt Chefarzt Dr. Schedel. Mittels verschiedenartiger Techniken können diese Polypen während der Untersuchung entfernt werden.

Wichtig für eine gute Beurteilbarkeit der Darmschleimhaut ist dabei die Qualität der Darmreinigung. Um den Darm vor der Untersuchung entsprechend zu säubern, gebe es mittlerweile verschiedene, nicht unbedingt schlecht schmeckende Abführlösungen, betont der Facharzt für Innere Medizin. Die Spiegelung an und für sich verschlafe der Patient durch die Kurznarkose. Trotz dieser Faktoren lassen nur etwa 5 bis 10 Prozent der aufgrund ihres Alters eigentlich berechtigten Menschen eine Früherkennungs-Koloskopie durchführen.