Erfolgsmodell: Springerpool

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Sie ist flexibel und offen für Neues: Gesundheits- und Krankenpflegerin Susanne Schütz ist auf verschiedenen Stationen im Krankenhaus Vilshofen im Einsatz – je nachdem, wo ihre Arbeitskraft gerade benötigt wird.

Landkreis Passau Gesundheitseinrichtungen etablieren Springerpool für flexible Beschäftigte – mit dem Ziel, die Frei-Tage des Pflegepersonals bei kurzfristigen Personalausfällen besser zu sichern.

  • Sie ist flexibel und offen für Neues: Gesundheits- und Krankenpflegerin Susanne Schütz ist als Springer auf verschiedenen Stationen im Krankenhaus Vilshofen im Einsatz – je nachdem, wo ihre Arbeitskraft gerade benötigt wird.

    Sie ist flexibel und offen für Neues: Gesundheits- und Krankenpflegerin Susanne Schütz ist als Springer auf verschiedenen Stationen im Krankenhaus Vilshofen im Einsatz – je nachdem, wo ihre Arbeitskraft gerade benötigt wird.

  • 6 Uhr morgens. Das Telefon klingelt. Am Apparat ist die Stationsleitung. Ein Kollege fällt wegen Krankheit aus und man wird darum gebeten, kurzfristig die Schicht zu übernehmen. Dieses Szenario gehört zum Alltag von Pflegekräften – und stellt ein großes Ärgernis für die Beschäftigten dar. “Das Holen aus dem Frei ist vielen Pflegekräften ein Dorn im Auge – wie unter anderem unsere letzte externe Mitarbeiterbefragung Mitte vergangenen Jahres ergab”, so Tanja Deragisch, stellvertretende Personalleiterin der Landkreis Passau Gesundheitseinrichtungen. Als Konsequenz hat die Unternehmensleitung Ende 2018 ein neues Projekt angestoßen: den Springerpool. Praktisch umgesetzt wird es von der Pflegedienstleitung.

Das Holen aus dem Frei ist vielen Pflegekräften ein Dorn im Auge.Tanja Deragisch, stv. Personalleiterin

Was ist ein Springerpool?

Beim Springerpool handelt es sich um einen abgegrenzten Einsatzbereich mit eigenem, im Voraus aufgestelltem Dienstplan. Die Beschäftigten im Springerpool (Springer) wissen laut diesem Plan, wann sie zu welcher Schicht eingeteilt sind. Sie erfahren jedoch erst kurzfristig von der Pflegedienstleitung, auf welcher Station sie genau benötigt werden. Das heißt, für die Springer selbst besteht eine relative Planungssicherheit bezüglich der Arbeitstage und Arbeitszeit. Dies hat viele Vorteile für das Stationspersonal. Das teilweise einseitige Einspringen von Beschäftigten aus dem Frei und die damit ansteigende individuelle Belastung wird minimiert sowie der Organisationsaufwand der Stationsleitungen reduziert. So soll die allgemeine Zufriedenheit in der Belegschaft steigen.

Viele Vorteile – für die Springer und das Stationspersonal

Als Anreiz für die Teilnahme am Springerpool und die damit einhergehende Flexibilität wird den Beschäftigten eine monatliche Zulage von 350,- € brutto gewährt. Zugleich erhält jeder Teilnehmer drei Tage Zusatzurlaub neben dem tariflichen Anspruch. Bei Einsatz in den anderen Kliniken des Unternehmens werden die Fahrtkosten erstattet und die Fahrtzeit ab Zuhause sowie zurück nach Hause als Arbeitszeit angerechnet. Arbeitszeit- oder Einsatzwünsche werden auch berücksichtigt.

Der Einsatz im Springerpool […] ist für mich und meine Familie ideal.Springer Susanne Schütz

“So kann beispielsweise das Arbeiten im Springerpool für Beschäftigte von Vorteil sein, die es in der Regel nur schwer schaffen, Kindererziehung und Schichtarbeit in Einklang zu bringen”, erklärt Tanja Deragisch und ergänzt: “Auch die Möglichkeit, keine Nachtschicht leisten zu müssen, reizt viele Pflegekräfte.” Eine Springerin am Krankenhaus Vilshofen ist die Gesundheits- und Krankenpflegerin Susanne Schütz. Als Mutter von zwei kleinen Kindern kann sie nicht in drei Schichten arbeiten. “Der Einsatz im Springerpool ermöglicht es mir, unter der Woche nur im Zwischendienst von 7.30 bis 13 Uhr zu arbeiten. Das ist für mich und meine Familie ideal”, so die Vilshofenerin.

Das Springen von Station zu Station sei für sie kein Problem. “Natürlich muss ich mich auf den unterschiedlichen Stationen erst einarbeiten und die Teams kennenlernen. Dafür bekomme ich viel mehr von den medizinischen Fachbereichen des Hauses mit, wie zum Beispiel der Kardiologie oder Akutgeriatrie”, berichtet Susanne Schütz. Und auch das Unternehmen geht aufgrund der vielseitigen Chancen davon aus, dass die Anzahl der im Springerpool Beschäftigten sukzessive steigen wird und somit die Zufriedenheit aller Mitarbeitenden in der Pflege.

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