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Zweiter Tag der Kinaesthetics-Schulung: Am Vormittag zeigen die Krankenpflegeschüler einander das am Vortag Gelernte. Im Bild stehend (v.l.): Selina Förg, Judith Zauner, Nadja Glas, Carmen Ruffing, Katja Schachinger. Liegend: Stephanie Mini.

Schüler der Berufsfachschule für Krankenpflege absolvieren Kinaesthetics-Kurs

Rotthalmünster. Die Berufsfachschule für Krankenpflege bildet bereits seit über 30 Jahren den Pflege-Nachwuchs der Landkreis Passau Gesundheitseinrichtungen aus. Damit die zukünftigen Pflegekräfte optimal auf ihre Aufgaben vorbereitet werden, sind handlungsorientierte Lerninhalte als Bestandteil des praktischen Unterrichts unerlässlich. Zum aktuellen Lernangebot zählt die Erfahrungswissenschaft Kinaesthetics.

„Man lernt am besten durch eigene Erfahrung. Gerade beim Thema Bewegen ist es sinnvoll, eigene Bewegungsabläufe kennen zu lernen.Stephanie Köck
Warum handlungsorientierte Lerninhalte so wichtig sind, erklärt Schulleiterin Stephanie Köck: „Man lernt am besten durch eigene Erfahrung. Gerade beim Thema Bewegen ist es sinnvoll, eigene Bewegungsabläufe kennen zu lernen. Viele alltägliche Bewegungen machen wir unbewusst und ganz selbstverständlich, wie beispielsweise vom Stuhl aufzustehen. Bei Menschen mit Beeinträchtigung, zum Beispiel nach einem Schlaganfall, kann dieser Bewegungsablauf zur Herausforderung werden. Dafür braucht man gut geschulte Pflegekräfte, die genau einschätzen können, welche Unterstützung der jeweilige Patient gerade braucht. Die Schüler haben während des Unterrichts die Möglichkeit eigene Bewegungsabläufe kennenzulernen und üben an ihren Mitschülern bestimmte Transfers, zum Beispiel vom Bett auf den Stuhl zu kommen. Das oberste Ziel ist die Selbstständigkeit der Patienten zu fördern oder wieder ganz herzustellen. Kinaesthetics kann hier eine Unterstützung sein.“

Zweiter Tag der Kinaesthetics-Schulung: Am Vormittag zeigen die Krankenpflegeschüler einander das am Vortag Gelernte. Im Bild stehend (v.l.): Selina Förg, Judith Zauner, Nadja Glas, Carmen Ruffing, Katja Schachinger. Liegend: Stephanie Mini.

Zweiter Tag der Kinaesthetics-Schulung: Am Vormittag zeigen die Krankenpflegeschüler einander das am Vortag Gelernte. Im Bild stehend (v.l.): Selina Förg, Judith Zauner, Nadja Glas, Carmen Ruffing, Katja Schachinger. Liegend: Stephanie Mini. (Foto: F. Richter)

 

Unterrichtet wird Kinaesthetics von Maria Ellinger. Die Lehrerin für Pflegeberufe hat einen speziellen Trainerschein absolviert und gibt nun Grundkurse. Auch bei den Krankenpflegeschülern im ersten Ausbildungsjahr kommt der Unterricht gut an: „Ich finde den Einsatz von handlungsorientierten Lernmethoden sehr wichtig, da wir dadurch das theoretisch Erlernte unmittelbar in der Klasse umsetzen können. So können dann Probleme und offene Fragen geklärt werden.“, bestätigt Lisa Feilmeier aus Zeitlarn. „Kinaesthetics erleichtert den Pflegealltag ungemein, es wird ein besseres Interagieren mit dem Patienten ermöglicht und es kann rückenschonender gearbeitet werden.“, lautet das positive Fazit von Tobias Oberbauer aus Simbach während Vivien Oberberger aus Malching anfügt, dass man nicht nur sich selbst schone, sondern auch den Patienten.

Kinaesthetics ist die Wissenschaft der Bewegungswahrnehmung.

Das Interaktions- und Lernsystem basiert auf der Erfahrung und Wahrnehmung der eigenen Bewegung, die als zentraler Weg zur ganzheitlichen Gesundheitsförderung gesehen wird. Besonders in Berufen, in denen Körperkontakt selbstverständlich ist, wird Kinaesthetics geschätzt, denn es fördert neben der Qualität der eigenen Bewegung auch die Qualität der Pflege, der Betreuung oder der Therapie des Gegenübers.