Kliniken Rotthalmünster und Vilshofen erfüllen alle aktuellen Anforderungen beim Gelenkersatz – neue Behandlungsmöglichkeiten bei schwierigen Fällen

Bei einer Fallbesprechung: EPZ-Gesamtleiter Dr. Thomas Skrebsky (r.) und Standortleiter Dr. Clemens Gstettner sichten mehrere Röntgenaufnahmen eines Patienten, der sich unterhalb seiner künstlichen Hüfte eine Fraktur im Oberschenkel zugezogen hat.
Im Rahmen eines Überwachungsaudits haben die Fachabteilungen für Orthopädie und Unfallchirurgie der Kliniken Rotthalmünster und Vilshofen unter der ärztlichen Leitung von Chefarzt Dr. med. Thomas Skrebsky erneut ihre hohe Expertise beim künstlichen Gelenkersatz bestätigt. In Zusammenarbeit mit der orthopädischen Praxis von PD Dr. Dr. Jurka Träger in Passau erfüllen die Krankenhäuser bereits seit 2015 die Qualitätsanforderungen der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie. Seitdem sind sie als “EndoProthetikZentrum (EPZ) Passau-Land” zertifiziert.
Routine und Erfahrung entscheidend
Das endoCert-Zertifikat erhalten nur Abteilungen, die sich einer unabhängigen Prüfung unterziehen und dabei rundum standardisierte Prozesse nachweisen können. Dabei werden sämtliche Abläufe in der Klinik vom Erstkontakt mit dem Patienten bis zur Reha-Organisation und Nachbehandlung, aber auch die Patientensicherheit und das bestmögliche Operationsergebnis bewertet. Andrea Würzinger, Qualitätsmanagement der Landkreiskliniken, informiert: “Zu den Anforderungen zählen z. B. regelmäßige Fortbildungen des OP-Teams, der Einsatz erfahrener Hauptoperateure oder eine strukturierte Nachbetreuung mit Physiotherapie.”
Die Implantation künstlicher Gelenke, vor allem an Hüfte und Knie, gehört sowohl bundesweit als auch im Landkreis Passau zu den am häufigsten durchgeführten Operationen. Dr. Skrebsky nennt die Hauptursachen: Starke Abnutzung und Arthrose, Verletzungen oder andere Erkrankungen, durch die ein Gelenk so stark geschädigt wird, dass starke Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder somit eine deutlich verminderte Lebensqualität bestehen.
“Wenn konservative Maßnahmen wie Medikamente, Physiotherapie oder Injektionen nicht mehr ausreichen, ist ein künstlicher Gelenkersatz oft die letzte Option, um Schmerzen zu reduzieren und die Gelenkfunktion wiederherzustellen”, so der 53-jährige Spezialist für Unfallchirurgie und Orthopädie. Außer ihm sind insgesamt sieben weitere EPZ-Hauptoperateure an den beiden Kliniken Rotthalmünster und Vilshofen tätig. Einer davon, der geschäftsführende Oberarzt Dr. med. univ. Clemens Gstettner, steht ihm als EPZ-Standortleiter am Krankenhaus Vilshofen zur Seite.
Unser Ziel ist eine durchgängig und nachweisbar hohe Versorgungsqualität bei allen Gelenkersatz- bzw. Wechseloperationen.Dr. med. Thomas Skrebsky, Chefarzt der Unfallchirurgie / Orthopädie / Sportmedizin und Leiter des EndoProthetikZentrums Passau-Land
Patienten schneller wieder mobil
Dr. Gstettner erklärt, was moderne Endoprothesen von früheren Generationen unterscheidet: “Die Materialien, wie Keramik oder hochwertige Kunststoffe, sind verbessert worden. Auch für Patienten mit Metallunverträglichkeiten, wie beispielsweise einer Nickelallergie, gibt es spezielle Implantate.” Dadurch seien künstliche Gelenke besser verträglich und deutlich individueller anpassbar als früher. Viele Prothesen halten heute 15 bis 20 Jahre oder länger. Präzisere OP-Techniken und bessere Nachbehandlungen ermöglichen zudem eine schnellere Erholung.
Die Eingriffsdauer beträgt in der Regel zwischen 60 und 90 Minuten. Dank minimalinvasiver Methoden stehen viele Patientinnen und Patienten bereits am selben oder nächsten Tag wieder auf. Die stationäre oder ambulante Reha erfolgt im Regelfall drei bis vier Tage nach der Operation. Die meisten Gelenkersatz-OPs sind Routineeingriffe. Aber auch für schwierige Fälle wurden die Behandlungsmöglichkeiten deutlich erweitert.
Modulare Prothesensysteme bei schwierigen Fällen
Chefarzt Dr. Thomas Skrebsky geht ins Detail: “Es kommen mittlerweile moderne, modulare Prothesensysteme zum Einsatz, die eine flexible Anpassung auch bei komplizierten Befunden – etwa bei Pfannenrekonstruktionen oder vollständigem Femurersatz – erlauben. Damit können wir selbst in schwierigen intraoperativen Situationen optimal reagieren.” Diese modularen Systeme werden, so Dr. Skrebsky, auch bei Schulterprothesen genutzt, da sich mit ihnen sowohl einfache als auch komplexe Wechseloperationen sicher und individuell durchführen ließen. Der EPZ-Leiter informiert weiter: “Außerdem bieten wir inzwischen auch die endoprothetische Versorgung komplexer Ellenbogengelenke an, etwa wenn andere Behandlungsoptionen ausgeschöpft sind. Damit können wir noch gezielter auf individuelle Bedürfnisse eingehen.”
Infovorträge im Krankenhaus Rotthalmünster
Schmerzen in Hüfte und Knie? Im September finden zwei Informationsveranstaltungen aus der Reihe “Endoprothetik im Wandel” statt.
EPZ-Leiter Dr. Thomas Skrebsky informiert alle Betroffenen und Interessierten über bewährte und innovative Möglichkeiten beim modernen Gelenkersatz: am Mittwoch, 10. September, geht es um die Hüfte und am Mittwoch, 17. September, um das Kniegelenk. Die Teilnahme ist kostenfrei. Beginn 18 Uhr im Vortragsraum im Untergeschoss des Krankenhauses Rotthalmünster, Simbacher Str. 35.
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