Innere Medizin am Krankenhaus Wegscheid: Neuer Aufwachraum für die Endoskopie verkürzt Wartezeiten – künftige Nachfolger für die scheidenden Chefärzte vorgestellt

Starkes Zeichen für die Zukunft: Zur Segnung des neues Aufwachraums im Krankenhaus Wegscheid durch Pfarrer Anzeneder versammelten sich neben der Geschäftsführung und Klinikleitung auch Vertreter aus der Politik, dem Verwaltungsrat sowie die bisherigen und künftigen Führungskräfte der Inneren Medizin mit ihrem Team.
Mit einem neuen zweiten Aufwachraum für die Endoskopie stärkt das Krankenhaus Wegscheid die medizinische Versorgung im südlichen Landkreis Passau. Bei der Einweihung wurde deutlich: Neben kürzeren Wartezeiten geht es vor allem um die langfristige Sicherung des Krankenhausstandorts.
Wartezeiten von sechs Monaten machen deutlich, dass die bisherigen Kapazitäten nicht mehr ausreichten.Josef Mader, Kliniken-GeschäftsführerJosef Mader bezeichnete die Investition als “sichtbares Zeichen” für die aktive Weiterentwicklung und langfristige Sicherung des Gesundheitsstandorts Wegscheid. Die Innere Medizin sei seit Jahren eine tragende Säule der regionalen Versorgung – mit rund 3.300 ambulanten und mehr als 1.500 stationären Patienten jährlich. Insbesondere bei Gastroskopien und Koloskopien sei die Nachfrage zuletzt deutlich gestiegen.
Mit dem neuen Aufwachraum könnten nun mehr Untersuchungen durchgeführt und die Wartezeiten verkürzt werden. Die Investition liegt bei rund 100.000 Euro. Zugleich sei die Maßnahme ein klares Bekenntnis zum Standort und zur medizinischen Versorgung im ländlichen Raum. Angesichts gesundheitspolitischer Entwicklungen und der zunehmenden Ambulantisierung müsse man die Häuser frühzeitig entsprechend ausrichten. Der neue Aufwachraum sei daher ein wichtiger Baustein, um die ambulante Versorgung weiter auszubauen und zugleich die stationäre Medizin in Wegscheid langfristig zu sichern.
Generationenwechsel frühzeitig gesichert

Als “Lebensaufgabe” beschreiben Dr. med. Willibald Prügl (r.) und Johann Kienböck (l.) ihre Chefarzttätigkeit. Dieses Verständnis geben sie an ihre Nachfolger Parwiz Akbary (2.v.l.) und Dr. med. Viktor Bodnar weiter.
In diesem Zusammenhang gibt es weitere gute Nachrichten: Geschäftsführer Josef Mader stellte mit Parwiz Akbary und Dr. Viktor Bodnar die künftigen Nachfolger der scheidenden Chefärzte Dr. Willibald Prügl und Johann Kienböck vor. Ende Oktober 2027 treten beide nach jahrzehntelangem Wirken ihren wohlverdienten Ruhestand an. Bis dahin werden ihre Nachfolger über 1,5 Jahre strukturiert vor Ort eingearbeitet.
Mit Parwiz Akbary und Dr. Viktor Bodnar gewinnt die Fachabteilung zwei bekannte Internisten aus dem Klinikverbund. Beide haben sich als Oberärzte am Klinikstandort Vilshofen fachlich wie menschlich bewährt und sind mit den Strukturen in Wegscheid bereits vertraut.
“Es war uns besonders wichtig, einen geordneten Generationenwechsel sicherzustellen”, so Josef Mader. Deshalb unterstützen die beiden Ärzte das Team in Wegscheid bereits seit April im 14-tägigen Rhythmus, um den “Wegscheider Geist“, die enge Zusammenarbeit und die Nähe zu den Patienten frühzeitig kennenzulernen. Mader zeigte sich überzeugt, dass sie die Innere Medizin “mit Kompetenz, Engagement und Menschlichkeit” weiterentwickeln werden. Zudem sei geplant, sie künftig auch in die MVZ-Struktur des Hauses einzubinden.
Strukturen stärken, Wissen weitergeben
Ärztlicher Leiter und Chefarzt Dr. Willibald Prügl bezeichnete die Erweiterung als wichtigen Schritt für die Zukunft der Inneren Medizin. Magen- und Darmspiegelungen würden heute zunehmend ambulant durchgeführt, zugleich seien die Wartezeiten stark gestiegen. Da Vorbereitung und Nachbetreuung deutlich mehr Zeit beanspruchten als die eigentliche Untersuchung, bringe der neue Aufwachraum genau dort Entlastung.
Auch die frühzeitige Nachfolgeregelung hob der Chefarzt hervor. Mit den beiden vorgesehenen Nachfolgern habe man “zwei sehr kompetente und auch menschlich sehr angenehme” Ärzte gefunden. Gerade in einem kleineren Krankenhaus wie Wegscheid brauche es Internisten mit breitem Wissen. “Wir brauchen einen für alles”, so Dr. Prügl. Die längere Übergangsphase sei bewusst gewählt worden, damit sich beide Nachfolger in die unterschiedlichen Bereiche einarbeiten und das breite medizinische Angebot erhalten bleibe. Dr. Prügl verglich den Übergang mit einem Staffellauf: Der Stab werde nicht abrupt, sondern Schritt für Schritt übergeben.
Herausforderungen meistern, Zukunft sichern
Landrat Raimund Kneidinger betonte die große Bedeutung des Krankenhauses Wegscheid für die wohnortnahe und familiäre Versorgung, die von der Bevölkerung besonders geschätzt werde. Zugleich wies er jedoch auf die schwierigen Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen hin. Viele Entscheidungen auf Bundesebene erschwerten derzeit verlässliche Planungen, die aktuelle “Schwebesituation” bezeichnete der Landrat als besonders belastend. Trotz finanzieller und struktureller Herausforderungen sowie unsicherer Reformperspektiven bekräftigte er das Ziel, die Krankenhausstandorte zu sichern und weiterzuentwickeln.
Der neue Aufwachraum steht dabei exemplarisch für die zukunftsfähige Ausrichtung des Standorts. Neben baulichen Maßnahmen hob der Kneidinger insbesondere das Engagement der Mitarbeitenden hervor. Auch die frühzeitige Nachfolgeregelung in der Inneren Medizin wertete er als wichtiges Signal für die langfristige Sicherung des Krankenhauses.
Den kirchlichen Segen spendete Pfarrer Heinrich Anzeneder vom Pfarrverband Wegscheid. Er erinnerte daran, dass die Sorge um Kranke seit jeher eine wichtige Aufgabe der Kirche gewesen sei und würdigte zugleich die Bedeutung des Krankenhauses für die Region. “Wir sind sehr stolz, dieses Krankenhaus hier in Wegscheid zu haben”, so der Pfarrer. In seinem Segensgebet bat er um Kraft für Ärzte, Pflegekräfte und alle Mitarbeiter sowie um Trost und Heilung für die Patienten. Der neue Aufwachraum solle ein Ort “der Hilfe und des Heils, des Gottvertrauens und der Nächstenliebe” sein.
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