Landkreiskliniken schulen ihre Stationshilfskräfte und verteilen Pflegeaufgaben neu. Das Ziel: Examinierte Pflegekräfte sollen mehr Zeit für die direkte Patientenversorgung haben.

Diese 39 Stationshilfskräfte haben die erste “Basisqualifikation Pflege” mit Erfolg bestanden. Mit im Bild (letzte Reihe v.r.): Ines Jochum, Pflegekoordinatorin, Walter Haslinger, stv. Pflegedienstleiter, Roland Gibis, Stabsstelle PDL, die beiden Geschäftsführer Klaus Seitzinger und Josef Mader sowie die stv. Pflegedienstleiterin Brigitte Rossmüller (letzte Reihe, ganz links).
Der Fachkräftemangel insbesondere im Pflegebereich ist eine der größten Herausforderungen für deutsche Kliniken. Während der Anteil älterer und stärker pflegebedürftiger Patienten steigt, wird es immer schwieriger, neues qualifiziertes Fachpersonal zu finden. Die Landkreis Passau Gesundheitseinrichtungen wollen dieser Entwicklung frühzeitig entgegenwirken – mit einem neuen Konzept. Sie schulen ihre Stationshilfskräfte, um sie besser in die pflegerische Arbeit zu integrieren.
“Unser Ziel ist es, dass sich die examinierten Pflegekräfte zukünftig stärker auf ihre Kernkompetenzen, nämlich die direkte Patientenversorgung, konzentrieren können”, erklärt Josef Mader, Geschäftsführer der Landkreis Passau Gesundheitseinrichtungen. Im Gegenzug sollen pflegefremde sowie einfache patientennahe Tätigkeiten zunehmend von Hilfskräften übernommen werden.
Unter Aufsicht können diese Aufgaben von anderen Berufsgruppen qualitativ gleichwertig durchgeführt werden.Roland Gibis, Stabsstelle PDL“Bisher übernehmen unsere Hilfskräfte einfache Servicetätigkeiten, wie z. B. das Erfassen von Essenswünschen bis hin zu hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, z. B. Lager einräumen”, so Roland Gibis von der Stabsstelle Pflegedienstleitung. Es gäbe jedoch noch viele weitere Aufgaben im Stationsalltag, bei denen sie das examinierte Pflegepersonal entlasten könnten. Beispiele dafür seien die leichte Grundkörperpflege der Patienten, die routinemäßige Erfassung von Vitalwerten oder die Speisenversorgung. Unter Aufsicht, so Roland Gibis, könnten diese Aufgaben von anderen Berufsgruppen qualitativ gleichwertig durchgeführt werden. Wie bei jeder Neuverteilung von Aufgaben setzt auch diese eine entsprechende Qualifikation und Einarbeitung des Personals voraus. Daher müssen interessierte Hilfskräfte eine 40-stündige Schulung zur sog. Pflegerischen Hilfskraft absolvieren, bevor die Aufgaben übertragen werden können.
Das Konzept dazu wurde von der Pflegedienstleitung und Geschäftsführung entwickelt. “Es zielt darauf ab, dass jene Hilfskräfte weiter qualifiziert werden, bei denen auch entsprechendes Potenzial vorhanden ist, um diese neuen Tätigkeiten zuverlässig übernehmen zu können”, erklärt Roland Gibis. Dabei erfolge die Auswahl der Teilnehmenden in Abstimmung mit den Stationsleitungen.
Wir gratulieren herzlich
Mitte April haben bereits die ersten 39 Stationshilfskräfte aus allen drei Krankenhäusern an den Standorten Rotthalmünster, Vilshofen und Wegscheid die neue Basisqualifikation Pflege mit Erfolg bestanden. Die Abschlussprüfung fand im Gebäude Zentrale Dienste am Krankenhaus Vilshofen statt. Die Zertifikatsübergabe erfolgte durch die Pflegedienstleitung und den Geschäftsführer Klaus Seitzinger.