Rheumaklinik Ostbayern feiert Jubiläum – Experten erklären, was gute Rheumatologie heute ausmacht

Ein eingespieltes Team: Rheumaklinik-Chefarzt Dr. med. Sebastian Schnarr (v.r.), Oberärztin Dr. med. Daniela Hofbauer, leitende Oberärztin Dr. med. Christine Göser sowie die pflegerische Leitung Martina Nebauer.
Seit Oktober 2006 ist die Rheumaklinik Ostbayern überregionale Anlaufstelle für Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Dieses Jahr feiert sie 20-jähriges Jubiläum. Mit dabei ist immer noch ein Großteil des Teams aus den Anfangsjahren. Über die Jahre ist so ein großer gemeinsamer Erfahrungsschatz gewachsen.
Gleichzeitig hat sich die Rheumatologie grundlegend weiterentwickelt. “Während bei manchen Erkrankungen früher mit fortschreitenden Gelenkschäden und zunehmenden Einschränkungen gerechnet werden musste, können wir den Krankheitsverlauf heute wesentlich besser beeinflussen”, sagt Chefarzt Dr. Sebastian Schnarr, der die Rheumaklinik Ostbayern seit jeher leitet. Er weiß aus Erfahrung: “Je früher wir eine entzündlich-rheumatische Erkrankung erkennen und gezielt behandeln, desto besser können wir bleibende Schäden verhindern.”
Erfahrung hilft bei der richtigen Diagnose
Umso wichtiger sei es auch, eine rheumatische Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Dies ist nicht immer einfach, denn “Rheuma hat viele Gesichter”, wie die leitende Oberärztin Dr. Christine Göser erklärt. Anhaltende Gelenkschwellungen, Schmerzen und eine länger andauernde Morgensteifigkeit können, so die langjährige Oberärztin, ebenso auf eine rheumatische Erkrankung hindeuten wie Beschwerden an Haut, Augen oder Lunge. “Entscheidend ist deshalb, Beschwerden im Zusammenhang zu betrachten und auch weniger typische Anzeichen richtig einzuordnen”, sagt Dr. Göser.
Neben moderner Diagnostik braucht es deshalb einen geschulten Blick für Zusammenhänge und Veränderungen, die oft auf den ersten Blick nicht erkennbar sind.Dr. med. Sebastian Schnarr, Chefarzt der Rheumaklinik OstbayernGerade hier spiele die Erfahrung des Teams eine wichtige Rolle. Hinter dem Begriff “Rheuma” verbergen sich zahlreiche unterschiedliche Krankheitsbilder, deren Symptome nicht immer eindeutig seien. Hier hat die Rheumatologie bei den Behandlungsmöglichkeiten auch große Fortschritte gemacht.
“Uns stehen heute verschiedene, sehr gezielt wirkende Medikamente zur Verfügung, mit denen wir die Therapie individuell auf den Patienten und seine Erkrankung abstimmen können”, erklärt Oberärztin Dr. Daniela Hofbauer. Für viele Betroffene bedeute dies, dass sie trotz einer chronischen rheumatischen Erkrankung ein weitgehend normales und aktives Leben führen können.
Stationäre und ambulante Versorgung
Welche Behandlung notwendig ist, hängt von Erkrankung und Krankheitsverlauf ab. “Stationär nehmen wir vor allem Patienten mit komplexen Verläufen, starken Beschwerden oder umfangreicherem Untersuchungsbedarf auf sowie Patienten, deren Therapie engmaschig überwacht werden muss”, erklärt Chefarzt Dr. Schnarr. Zur stationären Behandlung gehört neben der ärztlichen Therapie auch eine enge pflegerische Begleitung. “Wir unterstützen die Patienten im Umgang mit Schmerzen und körperlichen Einschränkungen und beobachten, wie sich Beweglichkeit und Selbstständigkeit während des Aufenthalts entwickeln”, ergänzt Stationsleitung Martina Nebauer.
Viele rheumatische Erkrankungen können dagegen auch ambulant behandelt werden. Dr. Scharr: “Dafür stehen am Klinikstandort sowohl die Privatambulanz als auch die rheumatologischen Sprechstunden im Landkreis Passau MVZ für alle gesetzlich Versicherten zur Verfügung.”
Neue Möglichkeiten in Rotthalmünster
Nach über 18 Jahren in Bad Füssing ist die Rheumaklinik seit Anfang 2025 im Krankenhaus Rotthalmünster. Dort sind vor allem die kurzen Wege zu weiteren medizinischen Fachbereichen im Haus ein großer Vorteil. “Bei Bedarf können wir schnell Kollegen etwa aus der Pneumologie, Gastroenterologie oder interventionellen Kardiologie einbinden”, erklärt Oberärztin Dr. Göser. Darüber hinaus können rheumatologische Notfälle rund um die Uhr über die Zentrale Notaufnahme des Krankenhauses versorgt werden.
Für Chefarzt Dr. Schnarr steht die Rheumaklinik Ostbayern auch nach 20 Jahren vor allem für eines: die Verbindung aus “hoher Spezialisierung und persönlicher Betreuung”. Das mache eine “gute” rheumatologische Versorgung aus. Diesen Anspruch möchten er und sein Team auch in Zukunft bewahren. “Moderne Rheumatologie auf hohem fachlichem Niveau, ohne den einzelnen Patienten aus dem Blick zu verlieren”, so Dr. Schnarr.

