Chirurgie nach Maß

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Chefarzt PD. Dr. Zülke, Facharzt für Chirurgie mit Schwerpunkt Viszeralchirurgie, beim Einzelgespräch mit einer Patientin.

In der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Krankenhaus Rotthalmünster werden viele Faktoren herangezogen, um für jeden Patienten die bestmögliche Therapie zu finden.

 
Der rasant wachsende technische und wissenschaftliche Fortschritt hat in der Allgemein- und Viszeralchirurgie/Proktologie
zu einer wahren Flut von Behandlungsmöglichkeiten geführt. Gleichzeitig geben in vielen Bereichen der Chirurgie sogenannte Leitlinien (= eindeutige Therapieempfehlungen der betroffenen Fachgesellschaften) einen vermeintlich klaren Diagnostik- und Behandlungspfad vor.

Chefarzt PD Dr. Zülke, Facharzt für Chirurgie mit Schwerpunkt Viszeralchirurgie, beim Einzelgespräch mit einer Patientin.

Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Carl Zülke, Facharzt für Chirurgie mit Schwerpunkt Viszeralchirurgie, beim Einzelgespräch mit einer Patientin.

Das Vorliegen einer sogenannten Leitlinie, die oftmals auf Patientendaten beruht, die mehr als zehn Jahre alt sind, darf den Chirurgen im Jahre 2018 nicht davon entbinden, zum Wohle jedes einzelnen ihm anvertrauten Patienten sich u.a. folgende Fragen zu stellen:

  1. Bin ich anhand von eigenen Erfahrungen, aktuellen Veröffentlichungen, Kongressbesuchen und Gesprächen mit Experten der Überzeugung, dass die vorgegebene Behandlungsstrategie für den speziellen Patienten das optimale Konzept darstellt?
  2. Was sind die konkreten Erwartungen des Patienten? Geht es um absolute Risikoarmut des Eingriffs? Soll ein maximaler Therapierfolg angestrebt werden?
  3. Bin ich der Richtige, um die optimale Therapie umsetzen zu können?

Das Aufkommen von alternativen Behandlungskonzepten zur Chirurgie, die zum gleichwertigen Langzeiterfolg führen können (ohne das Risiko der Operation), verpflichtet den Chirurgen dazu, den um Rat suchenden Patienten offen über diese Konzepte aufzuklären. Nur so kann er seine Glaubwürdigkeit dem Patienten, der Familie und dem einweisenden Hausarzt gegenüber bewahren und insbesondere im Falle einer seltenen Komplikation mit ruhigem Gewissen sich den kritischen Fragen stellen.

Erkrankungen, die in der Allgemein-und Viszeralchirurgie/Proktologie am Krankenhaus Rotthalmünster hierzu gehören, sind u.a.:

  1. Die gutartige Vergrößerung der Schilddrüse mit und ohne knotigem Umbau kann in Einzelfällen mit der Radiojod- Therapie (auf das Organ beschränkte, nebenwirkungsarme Bestrahlungstherapie) mit gleichem Ergebnis behandelt werden.
  2. Die sogenannte Divertikelkrankheit. Eine Entzündung in krankhaft ausgebildeten Ausstülpungen des Dickdarms, die bei der Mehrzahl der über 70-Jährigen vorkommen können, wurde nachweislich in Deutschland viel zu häufig und zu früh operiert. Konservative Behandlungsstrategien mit (und auch ohne) Antibiotikatherapie, Kostbeschränkung und allgemeinen Empfehlungen zur Verhaltensänderung sind vielfach ausreichend. In Abhängigkeit der körperlichen Reserven des Patienten und seines aufgeklärten Therapiewunsches kann im fortgeschrittenen Stadium im Intervall doch eine operative Sanierung diskutiert werden.

Die Strategie der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Krankenhaus Rotthalmünster, die für eine Reihe weiterer Operationen gilt, lautet: Je kränker der einzelne Patient ist, d.h. je geringer seine Reserven sind, umso eher sollte ein offenes Gespräch mit Patient und Hausarzt erfolgen. Dies gilt beispielsweise im Falle eines Darmdurchbruchs im Rahmen der Divertikelkrankheit oder eines abgeschnürten Darmabschnitts infolge eines eingeklemmten Bauchwand- oder Leistenbruchs. Die notfallmäßige Operation in derartigen Fällen ist mit einem vielfach erhöhten Risiko für Komplikationen vergesellschaftet, die im Falle der geplanten (elektiven) Operation auf ein akzeptables Mindestmaß abgesenkt werden kann. Selbstverständlich ist die grundsätzliche Ablehnung jeglicher operativer Maßnahmen als souveräne Entscheidung des ausführlich aufgeklärten Patienten und dessen Familie vom Operateur zu akzeptieren.

Darmoperationen

Chirurgie nach Maß am Krankenhaus Rotthalmünster bedeutet im Falle von Darmoperationen die grundsätzliche Entscheidung für oder gegen ein sogenanntes minimal-invasives Chirurgie (MIC)-Konzept. Die Sorge vor starken postoperativen Schmerzen war, neben dem kosmetischen Aspekt, ursprünglich ein Haupt-Motivationsfaktor für den raschen Erfolg der MIC weltweit. Zwischenzeitlich konnten sehr erfolgreiche postoperative Behandlungskonzepte für die offene Darmchirurgie entwickelt werden – “fast-track Chirurgie”, die zu einem massiven Rückgang der Schmerzen geführt haben und einer ebenso raschen Mobilisierung und Kostaufbau der Patienten wie nach MIC-Operationen.

Die Viszeralchirurgie (von lat. viscera = Eingeweide) umfasst die operative Behandlung der Organe im Bauchraum. (Foto: yodiyim/fotolia.com)

Die Viszeralchirurgie (von lat. viscera = Eingeweide) umfasst die operative Behandlung der Organe im Bauchraum. (Foto: yodiyim/fotolia.com)

Die über 20-jährige Erfahrung von Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Carl Zülke mit MIC-Verfahren am gesamten Magen-Darmtrakt sowie mit fast-track Konzepten für konventionelle Dickdarm- und Mastdarm-Operationen ist die Grundlage für eine möglichst optimale Zuordnung für jeden einzelnen Patienten. In Abhängigkeit von weiteren Faktoren wie Übergewicht, Lokalisation des krankhaften Befunds, Herz-Kreislauffunktion, Vor- Operationen etc. kann stets eine klare Empfehlung ausgesprochen werden.

Krebs

Chirurgie nach Maß am Krankenhaus Rotthalmünster bedeutet speziell bei Patienten mit einer Krebs-Diagnose, dass
in jedem Einzelfall die Lebensqualität und Überlebenswahrscheinlichkeiten mit und ohne Operation bzw. unter Verwendung eines alternativen Konzepts (sofern vorhanden) offen besprochen werden müssen. In Abhängigkeit von Alter und Allgemeinzustand, zu erwartender restlicher Lebenserwartung unabhängig vom Tumorleiden, Therapiewunsch des Patienten und weiteren Faktoren kann die gleiche Diagnose – wie etwa blutender Magenkrebs – zu höchst unterschiedlichen Operationsverfahren führen. Von der reinen Teilentfernung des blutenden Tumors bis zu ausgedehnten Therapieverfahren, bestehend aus Chemotherapie mit/ohne Bestrahlung, gefolgt von ausgedehnten Operationen mit Entfernung möglicherweise mehrerer Organe sowie Anteilen des Bauchfells mit anschließender erneuter Chemotherapie. Um in jedem Einzelfall die möglichst optimale Behandlung für den Patienten festzulegen, steht am Standort Rotthalmünster ein kompetent zusammengesetztes Tumorboard zur Verfügung.

Darmkrebs

Bei der häufigsten Krebsform im Bauchraum, dem Darmkrebs, kommt es nach der Operation eines fortgeschrittenen Tumors trotz anschließender Chemotherapie in vielen Fällen zu einem Wiederauftreten des Tumors – eine sogenannte Metastasierung. Bei einer frühzeitigen Entdeckung von Metastasen an einzelnen Organen, speziell der Leber, können diese sehr häufig durch einen erfahrenen Leberchirurgen in einem komplikationsarmen Eingriff vollständig entfernt werden. Wenn möglich werden derartige Operationen am Krankenhaus Rotthalmünster durchgeführt. In komplexen Fällen besteht eine enge Kooperation mit einem der führenden Zentren für Leberchirurgie in Europa, dem Klinikum Regensburg.

Palliativsituation

Immer häufiger wird die Viszeralchirurgie in einer Palliativsituation aufgesucht, mit dem Ziel, beispielsweise einen tumorbedingten Darmverschluss zu beheben oder tumorbedingte Schmerzen zu lindern. Die enge Kooperation mit der Abteilung für Gastroenterologie am Krankenhaus Rotthalmünster kann hier häufig durch Einsatz von speziellen Stents entweder vorübergehend oder dauerhaft für eine gleichermaßen wirksame Entlastung sorgen, ohne dem Patienten die zusätzliche Last der Operation auferlegen zu müssen. Hier steht die Chirurgie als letztes Mittel selbstverständlich als zusätzliche Sicherheit an der Seite des Patienten und der Angehörigen.

In der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie/Proktologie am Krankenhaus Rotthalmünster wird, unabhängig von der Erkrankungsschwere, größte Sorgfalt in der optimalen Entscheidungsfindung für den Patienten aufgewendet.

Chirurgie nach Maß am Krankenhaus Rotthalmünster bedeutet…

  1. …auch das Nicht-Operieren in Ausnahmefällen als Option zu akzeptieren oder sogar anzubieten
  2. …gleichwirksame Alternativen offen anzusprechen
  3. …Patienten in Ausnahmefällen zu einem besser geeigneten Kollegen zu überweisen
  4. …bei Aussicht auf vollständige Heilung alle verfügbaren operativen Mittel konsequent auszuschöpfen
  5. …die Lebensqualität des Patienten in den Mittelpunkt zu stellen
  6. …offenen Umgang mit anderen Disziplinen zu pflegen
  7. …permanente kritische Evaluation von neuen Behandlungskonzepten
Zur Allgemein- und Viszeralchirurgie/Proktologie